Wie viel Aspartam steckt in Cola Zero – und was heißt das?

Wie viel Aspartam steckt in Cola Zero – und was heißt das?

Autor: David Knuffmann – Gründer von INGREO · Veröffentlicht: 17. Juni 2026 · Aktualisiert: 17. Juni 2026

Wer sich fragt, wie viel Aspartam in Cola Zero ist, bekommt selten eine konkrete Antwort. Die kommt hier: rund 130 Milligramm pro Liter, 43 Milligramm pro 330-ml-Dose. Ob das viel ist oder wenig, lässt sich erst einordnen, wenn man den zulässigen Tageswert – den ADI – kennt. Und der liegt, gemessen am typischen Konsum, in einer Größenordnung, die die meisten überrascht.

Dazu kommt die Debatte der letzten Jahre: 2023 stufte die IARC von der WHO Aspartam als „möglicherweise krebserregend" ein. Gleichzeitig hat die EFSA ihre Bewertung unverändert gelassen. Was das bedeutet – und für wen Aspartam tatsächlich eine Einschränkung ist – erklären wir hier mit den konkreten Zahlen.

Kurz zusammengefasst:

Cola Zero enthält rund 130 mg Aspartam pro Liter – das entspricht ca. 43 mg pro 330-ml-Dose. Der EFSA-ADI liegt bei 40 mg/kg Körpergewicht pro Tag: Eine 70-kg-Person müsste rein rechnerisch täglich etwa 65 Dosen Cola Zero trinken, um diesen Wert zu erreichen. Für Menschen mit Phenylketonurie (PKU) ist Aspartam strikt zu meiden.

Wie viel Aspartam ist in Cola Zero? Die konkreten Zahlen

Coca-Cola gibt für die europäischen Märkte einen Aspartam-Gehalt von rund 130 mg pro Liter für Cola Zero an. Das ergibt folgende Mengen je Gebindegröße:

Gebindegröße Aspartam (ca.) Anteil am ADI (70 kg)
250 ml (kleines Glas) 33 mg ca. 1,2 %
330 ml (Standarddose) 43 mg ca. 1,5 %
500 ml (Flasche) 65 mg ca. 2,3 %
1 Liter 130 mg ca. 4,6 %

Alle Werte sind rein rechnerisch auf Basis von 130 mg/l und einem ADI von 40 mg/kg/Tag für eine 70-kg-Person (= 2.800 mg/Tag). Der ADI wird bei normalem Konsum weit nicht erreicht.

Was bedeutet der ADI-Wert – und wann müsstest du wirklich aufpassen?

ADI steht für Acceptable Daily Intake – die Menge, die täglich ein Leben lang aufgenommen werden kann, ohne dass ein gesundheitliches Risiko entsteht. Die EFSA hat diesen Wert für Aspartam bei 40 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag festgelegt.

Für verschiedene Körpergewichte ergibt das folgende maximale Tagesmengen in Cola Zero – rein rechnerisch, auf Basis von 43 mg Aspartam pro 330-ml-Dose:

Körpergewicht ADI pro Tag (mg) Entspricht Dosen Cola Zero (330 ml)
50 kg 2.000 mg ca. 47 Dosen
60 kg 2.400 mg ca. 56 Dosen
70 kg 2.800 mg ca. 65 Dosen
80 kg 3.200 mg ca. 74 Dosen
90 kg 3.600 mg ca. 84 Dosen

Kein Mensch trinkt täglich 47 oder 84 Dosen Cola Zero. Realistisch betrachtet liegt der Konsum in Deutschland, der Menschen die täglich Cola Zero trinken, im Bereich von 1–3 Dosen – das sind deutlich unter 5 % des ADI.

IARC 2B und EFSA – zwei Behörden, ein Missverständnis

2023 stufte die IARC (International Agency for Research on Cancer) Aspartam als „möglicherweise krebserregend" in die Gruppe 2B ein. Das klingt alarmierend. Die Einordnung ist es nicht – wenn man weiß, was Gruppe 2B bedeutet.

IARC bewertet ausschließlich, ob ein Stoff theoretisch das Potential hat, krebserregend zu sein – nicht, ob er es bei realer Exposition tut. Gruppe 2B heißt: Es gibt begrenzte Belege aus Humanstudien oder Tierversuchen, aber keine gesicherte Kausalität. In derselben Kategorie stecken: Aloe-vera-Extrakt, Kaffee (zeitweise), elektromagnetische Felder von Mobilfunkmasten und Kokosnussöl in bestimmten Anwendungen.

Bewertungsstelle Position (2023) Was dahintersteckt
IARC (WHO) Gruppe 2B – „möglicherweise krebserregend" Nur Gefahren-Identifikation; keine Risiko-Abschätzung nach tatsächlicher Dosis
EFSA (EU) ADI bleibt bei 40 mg/kg/Tag Vollständige Risikoabschätzung; Gefährdung nur bei drastisch überschrittenem ADI
JECFA (WHO/FAO) ADI bestätigt Gleiche Schlussfolgerung wie EFSA: Normaler Konsum gibt keinen Anlass zur Sorge

Der entscheidende Unterschied: IARC fragt „kann dieser Stoff theoretisch Krebs auslösen?" EFSA fragt „verursacht er bei realer Exposition tatsächlich Schäden?" Das sind zwei verschiedene Fragen – mit zwei verschiedenen Antworten, die beide korrekt sind.

Aspartam im Alltag: Wo steckt es noch drin?

Cola Zero ist das bekannteste Beispiel, aber Aspartam steckt in einer Vielzahl von Lebensmitteln und Medikamenten:

Produktgruppe Typische Anwendung
Light-Softdrinks Cola Zero, Cola Light, Sprite Zero
Kaugummi (zuckerfrei) Häufig kombiniert mit Acesulfam-K
Joghurt (Diät/Light) Als Süßungsmittel neben Fruchtaroma
Kautabletten / Brausetabletten Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel
Süßstofftabletten Häufig Aspartam + Acesulfam-K Kombination

Wer mehrere dieser Produktgruppen täglich konsumiert, summiert Aspartam aus verschiedenen Quellen. Bei normalem Mischkonsum – ein bis zwei Dosen Cola Zero, dazu zuckerfreier Kaugummi und gelegentlich ein Light-Joghurt – bleibt man dennoch deutlich unter dem ADI. Kritisch kann es werden, wenn sehr viele Produktgruppen täglich kombiniert werden – vor allem bei Kindern mit deutlich geringerem Körpergewicht und damit niedrigerem ADI.

Für wen ist Aspartam wirklich eine Einschränkung?

Es gibt eine Gruppe, für die Aspartam nicht „wenig bedenklich", sondern strikt zu meiden ist: Menschen mit Phenylketonurie (PKU). PKU ist eine seltene angeborene Stoffwechselerkrankung, bei der der Körper Phenylalanin nicht abbauen kann. Aspartam wird im Körper zu Phenylalanin abgebaut – wer PKU hat, muss Aspartam vollständig meiden.

Deshalb ist der Hinweis „enthält eine Phenylalaninquelle" auf allen aspartamhaltigen Produkten in der EU gesetzlich vorgeschrieben. Diesen Hinweis findest du auf jeder Cola-Zero-Dose.

Für alle anderen gilt: Der EFSA-ADI von 40 mg/kg Körpergewicht lässt sich mit normalem Konsum von Cola Zero nicht annähernd erreichen.

Aspartam als Rohstoff: Wer kauft es und wofür?

Aspartam ist im Lebensmittelbereich zugelassen als Süßungsmittel E951. Wer Getränke, Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel entwickelt und Aspartam als Rohstoff braucht, kauft es als Pulver in zwei gängigen Ausführungen: Standardpulver (40–100 Mesh) für industrielle Mischungen, und feines Pulver (>100 Mesh) für Anwendungen, bei denen schnelle Löslichkeit wichtig ist, etwa Brausetabletten oder Kapseln.

Ingreo liefert Aspartam in beiden Mahlgraden, direkt ab Großhandelslager, in Lebensmittelqualität (E951), COA auf Anfrage. Gebinde ab 100 g bis 25 kg für B2B-Kunden ohne Zwischenhändler.

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Häufig gestellte Fragen

Wie viel Aspartam ist in einer Dose Cola Zero?
Eine 330-ml-Dose Cola Zero enthält rein rechnerisch ca. 43 mg Aspartam, basierend auf 130 mg pro Liter (Angabe aus Coca-Cola Informationsmaterial für europäische Märkte).

Wann überschreite ich den ADI-Wert mit Cola Zero?
Der EFSA-ADI liegt bei 40 mg Aspartam pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Bei 70 kg sind das 2.800 mg – rein rechnerisch ca. 65 Dosen Cola Zero täglich. Dieser Wert ist im alltäglichen Konsum praktisch nicht erreichbar.

Ist Aspartam krebserregend?
Die IARC hat Aspartam 2023 in die Gruppe 2B eingestuft – das bedeutet „möglicherweise krebserregend" auf Basis begrenzter Belege. Die EFSA hat nach dieser Einordnung ihren ADI unverändert beibehalten und sieht keinen Anlass zur Sorge bei üblichen Konsummengen. IARC-Gruppe 2B ist keine Aussage über das Risiko bei realer Exposition.

Darf ich Cola Zero in der Schwangerschaft trinken?
Aspartam selbst wird von der EFSA in der Schwangerschaft nicht explizit verboten. Der PKU-Aspekt ist in der Schwangerschaft relevant: Schwangere mit PKU oder Phenylalanin-Stoffwechselstörungen müssen Aspartam strikt meiden. Generelle Empfehlung: In der Schwangerschaft sparsam mit allen Süßungsmitteln umgehen und im Zweifel die Hebamme oder den Arzt fragen.

Was ist Phenylketonurie – und warum steht das auf Cola Zero?
Phenylketonurie (PKU) ist eine seltene angeborene Stoffwechselstörung, bei der Phenylalanin nicht abgebaut werden kann. Aspartam wird im Körper zu Phenylalanin. Für PKU-Betroffene ist Aspartam strikt zu meiden. Die Kennzeichnung „enthält eine Phenylalaninquelle" ist deshalb in der EU gesetzlich vorgeschrieben.

Schmeckt Aspartam wie Zucker?
Aspartam ist ca. 200-mal so süß wie Saccharose. In Getränken wie Cola Zero werden deshalb sehr kleine Mengen verwendet, die den Kalorienanteil auf nahezu null halten. Im Direktvergleich haben manche Menschen einen leichten metallischen Nachgeschmack wahrgenommen – der ist aber von Person zu Person unterschiedlich.

Gibt es Alternativen zu Aspartam als Süßungsmittel?
Ja. Im Lebensmittelbereich werden häufig Sucralose (E955), Acesulfam-K (E950), Stevia-Glycoside (E960) und Erythritol (E968) eingesetzt. Jedes Süßungsmittel hat andere technologische Eigenschaften – Löslichkeit, Hitzestabilität, Geschmacksprofil. Ingreo liefert alle genannten Süßungsmittel als Rohstoffe.

Wie wird Aspartam in Lebensmitteln eingesetzt?
Aspartam löst sich gut in Wasser und ist bei Raumtemperatur stabil. Bei hohen Temperaturen (Backen über 150 °C) zersetzt es sich und verliert die Süßkraft. Es eignet sich deshalb für Kaltgetränke, Kautabletten, Joghurt und Kaugummi – aber nicht zum Backen. Für hitzebeständige Anwendungen ist Sucralose oder Acesulfam-K die bessere Wahl.

Quellen: EFSA – Aspartam (Neubewertung und ADI, 2023), BfR – Süßungsmittel in Erfrischungsgetränken (PDF)

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