Erythritol vs. Maltodextrin: Wann nimmst du welche Zutat?

Erythritol vs. Maltodextrin: Wann nimmst du welche Zutat?

Autor: David Knuffmann – Gründer von INGREO · Veröffentlicht: 19. Juni 2026 · Aktualisiert: 19. Juni 2026

Erythritol vs. Maltodextrin — die beiden tauchen in Zutatenlisten von Sportgetränken, Proteinriegeln und Low-Carb-Produkten auf, und doch sind sie grundlegend verschieden. Erythritol ist ein Zuckeralkohol mit nahezu keinen Kalorien und einem glykämischen Index von 0. Maltodextrin ist ein Stärkeabkömmling mit 4 kcal/g und einem glykämischen Index, der höher liegt als der von Haushaltszucker. Wer sie verwechselt, trifft die falschen Einkaufsentscheidungen — ob beim Backen, beim Supplementieren oder beim Entwickeln eigener Produkte.

Kurz zusammengefasst:

Erythritol ist ein Süßungsmittel (Zuckeralkohol, E968) mit ~0 kcal/g und GI 0 — gut für Low-Carb und Backen. Maltodextrin ist ein Stärke-Polysaccharid mit ca. 4 kcal/g und hohem GI (85–105) — es süßt kaum, wird aber als Füllstoff und schneller Energielieferant genutzt. Für Keto und zuckerreduziertes Backen ist Erythritol die richtige Wahl; Maltodextrin hat seinen Platz in der Sporternährung und der Lebensmittelproduktion.

Was ist Erythritol — was ist Maltodextrin?

Beide Substanzen haben eines gemeinsam: Sie sind in der EU als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen. Ansonsten trennen sie Chemie, Kalorien und Zweck.

Erythritol (E968) ist ein Zuckeralkohol (Polyol), der natürlicherweise in kleinen Mengen in Früchten und fermentierten Lebensmitteln vorkommt. Industriell wird es durch Fermentation von Glukose gewonnen. Im Körper wird Erythritol kaum metabolisiert — der Großteil wird unverändert über den Urin ausgeschieden. Das erklärt den glykämischen Index von annähernd 0 und den effektiv kalorienfreien Status. Die Süßkraft liegt bei rund 70 % der von Haushaltszucker. Ein spürbarer Nebeneffekt: Erythritol erzeugt im Mund einen leichten Kühleeffekt, besonders wenn es sich auflöst.

Maltodextrin ist ein Polysaccharid, das durch partielle Hydrolyse von Stärke (meist Mais, Weizen oder Kartoffel) entsteht. Es hat kaum Eigengeschmack — nur etwa 20 % der Süßkraft von Zucker — und wird primär als Füllstoff, Trägerstoff und Texturverbesserer eingesetzt. Im Körper wird Maltodextrin schnell zu Glukose abgebaut und führt zu einem starken Blutzuckeranstieg. Der glykämische Index von 85–105 liegt teils höher als der von weißem Brot (GI ~70).

Erythritol vs. Maltodextrin im direkten Vergleich

Eigenschaft Erythritol (E968) Maltodextrin
Art Zuckeralkohol (Polyol) Stärke-Polysaccharid
Kalorien ca. 0 kcal/g ca. 4 kcal/g
Glykämischer Index ~0 85–105
Süßkraft ~70 % von Zucker ~20 % von Zucker
Kühleeffekt Ja Nein
Hauptverwendung Süßen, Backen, Low-Carb Füllstoff, Textur, Sportgetränke
EU-Zulassung Ja (E968) Ja
Für Keto / Low-Carb Ja Nein

Wann nimmst du welche Zutat?

Die Entscheidung hängt davon ab, was du mit der Zutat erreichen willst. Erythritol und Maltodextrin überschneiden sich in ihren Anwendungen kaum — sie lösen unterschiedliche Probleme.

Anwendungsfall Erythritol Maltodextrin
Low-Carb / Keto backen ✓ Erste Wahl ✗ Nicht geeignet
Kalorienreduktion ✓ Effektiv ✗ Keine Einsparung
Getränke süßen ✓ Gut löslich ✗ Kaum Süße
Schnelle Energie (Sport) ✗ Kein Energielieferant ✓ Schnelle Glukose
Pulvermischungen (Trägerstoff) Bedingt ✓ Standard-Trägerstoff
Texturverbesserung in Rezepturen Bedingt ✓ Weit verbreitet

Wer in Sportgetränken oder Energiegels schnelle Kohlenhydrate braucht, greift zu Maltodextrin — das ist sein Kern-Anwendungsfall. Für alles, wo Zucker reduziert oder ersetzt werden soll, ist Erythritol die bessere Wahl.

Erythritol beim Backen: Was sich wirklich ändert

Erythritol verhält sich im Backen ähnlich wie Zucker — aber nicht identisch. Drei Punkte lohnen sich zu kennen, bevor du anfängst.

Süßkraft anpassen: Erythritol ist zu etwa 70 % so süß wie Haushaltszucker. Wer 100 g Zucker durch Erythritol ersetzen will, braucht rund 130 g, um die gleiche Süße zu erreichen. Viele Rezepte rechnen das bereits ein — im Zweifel einfach schrittweise anpassen.

Kühleeffekt beachten: Erythritol löst beim Auflösen endotherm Wärme auf — das erzeugt ein kühlendes Gefühl im Mund. Beim Backen fällt das kaum auf, weil die Hitze das Erythritol auflöst. Problematischer ist der Effekt in rohen, ungekochten Zubereitungen wie Schokoladenglasuren oder Eiscreme — dort kann das Kühlgefühl dominant werden. Mixtur mit anderen Zutaten mildert es.

Karamellisierung: Erythritol karamellisiert nicht wie Zucker bei 160–180 °C. Wer eine goldbraune Kruste oder Karamellsauce anstrebt, braucht entweder einen anderen Zuckerersatz oder eine Mischung. Für Kekse, Rührteig, Mousse und gesüßte Getränke funktioniert Erythritol dagegen sehr gut.

Das Ingreo-Erythritol ist ein Granulat (<40 Mesh). Für besonders feine Texturen — etwa Biskuit oder Buttercreme — lohnt es sich, das Granulat vor der Verarbeitung kurz im Mixer zu mahlen.

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Häufig gestellte Fragen zu Erythritol vs. Maltodextrin

Was ist der Unterschied zwischen Erythritol und Maltodextrin?
Erythritol ist ein Zuckeralkohol mit nahezu keinen Kalorien (GI ~0) und wird als Süßungsmittel verwendet. Maltodextrin ist ein Stärkeabkömmling mit 4 kcal/g und hohem GI (85–105) — es süßt kaum und dient hauptsächlich als Füllstoff oder schneller Kohlenhydratlieferant.

Ist Erythritol besser als Maltodextrin?
Das kommt auf den Zweck an. Für zuckerreduzierten Einsatz, Low-Carb und Backen ist Erythritol die bessere Wahl. Für Sporternährung (schnelle Kohlenhydrate) oder als Trägerstoff in Pulvermischungen hat Maltodextrin seinen Sinn.

Hat Erythritol wirklich 0 Kalorien?
Erythritol wird kaum metabolisiert und fast vollständig über den Urin ausgeschieden. Der effektive Kaloriengehalt liegt bei ca. 0 kcal/g, weshalb es in der EU-Lebensmittelkennzeichnung mit 0 kcal angegeben werden darf.

Warum hat Maltodextrin einen so hohen glykämischen Index?
Maltodextrin wird im Darm sehr schnell zu Glukose gespalten — schneller als normaler Zucker (GI ~65). Der GI von Maltodextrin liegt je nach Herstellungsverfahren und Stärke-Ursprung zwischen 85 und 105. Genau das macht es für Sportgetränke interessant, aber ungeeignet für Menschen, die den Blutzucker stabil halten möchten.

Kann man Erythritol 1:1 durch Zucker ersetzen?
Gewichtsmäßig ja, aber Erythritol ist nur zu ~70 % so süß wie Zucker. Für gleiche Süße also rund 30 % mehr verwenden. Andere Eigenschaften wie Karamellisierung und Textur unterscheiden sich — das sollte im Rezept berücksichtigt werden.

Ist Maltodextrin in "zuckerfreien" Produkten ein Problem?
Technisch ist Maltodextrin kein Zucker (keine Saccharose), weshalb es in "zuckerfreien" Produkten auftauchen kann. Kalorisch und blutzuckerwirksam ist es aber mit Zucker vergleichbar. Wer diese Produkte aus gesundheitlichen Gründen meidet, sollte die Zutatenliste genauso kritisch lesen wie bei zuckerhaltigen Produkten.

Gibt es Nebenwirkungen von Erythritol?
Erythritol ist unter den Zuckeralkoholen sehr gut verträglich, weil es kaum in den Dickdarm gelangt (der Hauptgrund für Verdauungsprobleme bei anderen Polyolen). In sehr hohen Mengen kann es trotzdem zu Magenunbehagen kommen. Das BfR stuft Erythritol als sicher ein.

Wer statt eines Süßungsmittels einen reinen Füllstoff ohne nennenswerte Süße sucht: Polydextrose wird oft genau für diesen Zweck mit Erythritol kombiniert, um Volumen in zuckerreduzierten Rezepturen zu erhalten.

Quellen: BZfE – Zuckeralternativen im Überblick, BfR – Zuckerersatzstoffe und Süßstoffe

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