Vitamin B6 Überdosierung: EFSA senkt Grenzwert auf 12 mg

Vitamin B6 Überdosierung: Was wirklich dahintersteckt

Autor: David Knuffmann – Gründer von INGREO · Veröffentlicht: 27. August 2026 · Aktualisiert: 27. August 2026

Über die normale Ernährung und in der für Nahrungsergänzungsmittel üblichen, niedrigen Dosierung ist Vitamin B6 unbedenklich – Überdosierungsrisiken betreffen praktisch nur deutlich überhöhte, dauerhaft eingenommene Einzelpräparate. Weil neuere Daten zeigten, dass Nervenschäden schon bei niedrigeren Dosen auftreten können als früher angenommen, hat die EFSA den zulässigen Höchstwert 2023 von 25 mg auf 12 mg pro Tag gesenkt, und das BfR empfiehlt seit 2024 für Nahrungsergänzungsmittel allein sogar nur maximal 0,9 mg pro Tagesportion.

Kurz zusammengefasst:

EFSA-Grenzwert seit 2023: 12 mg Vitamin B6 pro Tag aus allen Quellen (Lebensmittel + Supplemente), zuvor waren es 25 mg. BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel allein maximal 0,9 mg pro Tagesportion – deutlich strenger, weil Lebensmittel bereits einen relevanten Anteil beitragen. Hauptrisiko bei deutlicher Überdosierung ist eine periphere Nervenschädigung mit Missempfindungen, Taubheitsgefühl und Gangunsicherheit; nach Absetzen bessern sich die Beschwerden meist. Wer die Tagesmenge im Blick behält und sich an die aktuellen Grenzwerte hält, hat mit Vitamin B6 ein gut untersuchtes, sicheres Vitamin zur Verfügung.

Wie viel Vitamin B6 gilt als Überdosierung?

Die EFSA legt seit 2023 einen tolerierbaren oberen Aufnahmewert von 12 mg Vitamin B6 pro Tag fest – das gilt für Erwachsene einschließlich Schwangeren und Stillenden, gerechnet über alle Quellen zusammen. Für Nahrungsergänzungsmittel speziell empfiehlt das BfR seit 2024 eine deutlich niedrigere Obergrenze von 0,9 mg pro Tagesportion, da die normale Ernährung bereits einen Teil des Tagesbedarfs deckt und Supplemente diesen nicht unnötig überschreiten sollten.

Welche Symptome verursacht eine Vitamin-B6-Überdosierung?

Das Hauptrisiko ist eine periphere sensorische Neuropathie – eine Schädigung der Nervenbahnen, die sich durch Missempfindungen, Taubheitsgefühl, Brennen, Schmerzen und Gangunsicherheit bis hin zu Koordinationsstörungen (Ataxie) äußert. Diese Symptome treten meist erst nach längerer Einnahme deutlich erhöhter Dosen auf, nicht durch einzelne Überschreitungen.

Sind die Nervenschäden nach dem Absetzen reversibel?

Häufig ja, aber nicht immer. Nach dem Absetzen der überhöhten Zufuhr bessern sich die Beschwerden in vielen Fällen, dokumentierte Verläufe zeigen aber auch, dass Nervenschäden teilweise dauerhaft bestehen bleiben können. Genau diese Unsicherheit war ein wesentlicher Grund für die EFSA, den Grenzwert 2023 vorsorglich zu senken.

Stimmt es, dass 1.000 mg pro Tag unbedenklich sind?

Nein, diese früher verbreitete Annahme gilt heute als überholt. Aktuelle Risikobewertungen zeigen, dass neurologische Symptome bereits bei deutlich niedrigeren Dosen auftreten können als früher angenommen – deshalb der große Sprung von 25 mg auf 12 mg als EFSA-Grenzwert innerhalb weniger Jahre.

Was bedeutet das für reines Vitamin-B6-Pulver?

Wer Vitamin B6 als reines Pulver ohne Fertigdosierung bezieht, kann die Tagesmenge exakt an die eigenen Ziele und die aktuellen Grenzwerte anpassen – anders als bei fertigen Kapseln, deren Dosierung sich nicht mehr verändern lässt und die je nach Produkt die BfR-Empfehlung für Nahrungsergänzungsmittel bereits deutlich überschreiten können.

INGREO Rohstoff-Check

Rohstoff Vitamin B6 (Pyridoxin-HCl)
Form Feines Pulver, ohne Zusatzstoffe
Typische Anwendungen Nahrungsergänzung, Eigenmischungen
Gebindegrößen 100g bis 25kg
Kategorie Vitamine
Spezifikation COA auf Anfrage erhältlich

Häufig gestellte Fragen zu Vitamin B6 und Überdosierung

Wie hoch ist der aktuelle Grenzwert für Vitamin B6?
Die EFSA legt seit 2023 einen Höchstwert von 12 mg pro Tag aus allen Quellen fest. Für Nahrungsergänzungsmittel allein empfiehlt das BfR maximal 0,9 mg pro Tagesportion.

Welche Symptome zeigt eine Vitamin-B6-Überdosierung?
Missempfindungen, Taubheitsgefühl, Brennen, Schmerzen und Gangunsicherheit durch eine Schädigung der peripheren Nerven.

Sind die Nervenschäden reversibel?
Häufig bessern sich die Beschwerden nach dem Absetzen, in dokumentierten Fällen bleiben sie aber teilweise dauerhaft bestehen.

Warum wurde der Grenzwert von 25 mg auf 12 mg gesenkt?
Neuere Daten zeigten, dass neurologische Symptome bereits bei niedrigeren Dosen auftreten können als in der früheren Bewertung angenommen.

Gilt der Grenzwert auch für Schwangere?
Ja, die EFSA-Obergrenze von 12 mg pro Tag gilt für Erwachsene einschließlich Schwangeren und Stillenden.

Quellen: DocMedicus Vitalstofflexikon – Pyridoxin (Vitamin B6) Nebenwirkungen, T-Online – Vitamin B6: Experten warnen vor Überdosierung und Nervenschäden

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