Erythritol (E968): Definition, Zulassung und Eigenschaften
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Autor: David Knuffmann – Gründer von INGREO · Veröffentlicht: 29. Juli 2026 · Aktualisiert: 29. Juli 2026
Erythritol (E968) ist ein Zuckeralkohol (Polyol) aus der Gruppe der Zuckeraustauschstoffe. Es kommt natürlich in kleinen Mengen in Obst und fermentierten Lebensmitteln vor; für die Lebensmittelproduktion wird es fermentativ aus Glucose gewonnen. Als Lebensmittelzusatzstoff ist Erythritol in der EU unter VO (EG) Nr. 1333/2008 zugelassen.
- Chemischer Name
- Erythritol; IUPAC: (2R,3S)-Butan-1,2,3,4-tetrol; Summenformel C₄H₁₀O₄
- E-Nummer
- E968
- Gruppe
- Zuckeralkohol (Polyol); Zuckeraustauschstoff
- Kaloriengehalt
- 0,2 kcal/g (Durchschnittswert; EU-Referenzwert: 0 kcal/g nach VO (EU) Nr. 1169/2011 Anhang XIV)
- Relative Süßkraft
- 60–70 % gegenüber Saccharose (Haushaltszucker = 100 %)
- Glykämischer Index
- 0 (keine messbarer Einfluss auf den Blutzucker, da Erythritol überwiegend im Dünndarm resorbiert und unverändert renal ausgeschieden wird)
- Herstellung
- Fermentativ: Glucose (aus Weizenstärke, Mais oder Maissirup) wird mit Hilfe von Hefen oder osmophilen Pilzen (z. B. Moniliella pollinis oder Candida magnoliae) zu Erythritol fermentiert, anschließend gefiltert und kristallisiert
- EU-Zulassung
- VO (EG) Nr. 1333/2008; gilt als Zuckeraustauschstoff (Kategorie "Sweetener"), zugelassen in den meisten Lebensmittelkategorien — für viele Anwendungen gilt "quantum satis"
- ADI-Wert (EFSA)
- "Not specified" — EFSA-Gutachten 2003 sah bei normalem Verzehr keine Notwendigkeit, einen Höchstwert festzulegen; als unbedenklich eingestuft. Bei sehr hohen Mengen (>1 g/kg Körpergewicht/Tag) wurden in Studien leichte gastrointestinale Effekte beobachtet.
- Kennzeichnung
- Muss auf Lebensmitteletiketten mit "Erythritol" oder "E968" deklariert werden. Kein Hinweis "kann bei übermäßigem Genuss abführend wirken" vorgeschrieben (im Gegensatz zu anderen Polyolen wie Sorbitol), da Erythritol bei üblichen Mengen kaum osmotisch im Dickdarm wirkt.
Vergleich mit anderen Polyolen
| Polyol | E-Nummer | kcal/g | Süßkraft | GI |
|---|---|---|---|---|
| Erythritol | E968 | 0,2 | 60–70 % | 0 |
| Xylit | E967 | 2,4 | 100 % | 7–13 |
| Sorbitol | E420 | 2,6 | 60 % | 9 |
| Maltitol | E965 | 2,4 | 75–90 % | 35 |
Erythritol hat unter den Polyolen den niedrigsten Kaloriengehalt, weil es im Unterschied zu Sorbitol, Xylit oder Maltitol kaum im Darm metabolisiert und hauptsächlich über den Urin ausgeschieden wird. Das bedeutet auch, dass der typische laxative Effekt höherer Polyol-Mengen bei Erythritol weniger ausgeprägt ist — der Warnhinweis "kann bei übermäßigem Genuss abführend wirken" ist auf Erythritol-Etiketten nicht verpflichtend.
Für einen detaillierten Vergleich von Erythritol und Xylit: Xylit oder Erythrit — was ist besser?
Verwendung in Lebensmitteln
Erythritol wird typischerweise als Zuckeraustauschstoff in kalorienreduzierten und zuckerfreien Lebensmitteln eingesetzt:
- Süßwaren und Schokolade (zuckerreduziert)
- Backwaren (Low-Carb-Produkte)
- Erfrischungsgetränke und Limonaden
- Kaugummi und Pfefferminzprodukte
- Milchprodukte (Joghurt, Desserts)
- Tischsüßen und Streusüßen
Erythritol kann nicht eins zu eins durch Zucker ersetzt werden: Die niedrigere Süßkraft (60–70 %) erfordert eine höhere Menge, und Erythritol karamellisiert anders als Saccharose. Bei Backwaren gibt es zudem einen charakteristischen Kühleffekt, der auf der negativen Lösungsenthalpie des Polyols beim Auflösen auf der Zunge beruht.
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